Eintauchen in eine fremde Welt

Liebe Bolivien-Blog LeserInnen

Am zweiten Tag ging es pünktlich um 06:00 Uhr früh los in Richtung bolivianische Hochebene. Mit dabei: Richard Haep, Direktor von Caritas Schweiz in Bolivien und Rubén Araujo, Direktor von Caritas Corocoro und sein Team. Diese Partnerorganisation von Caritas verfügt über mehrjährige Erfahrung im Bau von Wassersystemen und in der Gemeindeentwicklung. In diesem Rahmen ermöglicht sie 12 Gemeinden in den Bezirken Sapahaqui und Patacamaya den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Stiftung Clean Water von GF unterstützt die Projekte dieser Organisation. Um Einblicke in die Lebensbedingungen vor Ort und die Arbeit von Caritas zu erhalten, wurde uns ermöglicht, drei dieser 12 Gemeinden zu besuchen.

Nach knapp 4 Stunden Fahrt erreichten wir Ocuire, die erste der drei Gemeinden. Das kleine Dorf mit rund 100 Einwohnern hat erst kürzlich den Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Aus dem Bus ausgestiegen, erwartete uns das gesamte Dorf mit strahlenden Gesichtern, Musik und selbstgemachten Kränzen aus Blumen, Kräutern und Gemüse. Ein Empfang, den sich niemand von uns so hätte träumen lassen und ein Erlebnis das wir nie vergessen würden. Aber seht selbst:

Begrüssung Ocuire
Besuch OcuireSlide thumbnail
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Im Anschluss ging es zur Geschenkeübergabe. Für die Kinder im Dorf hatten wir Bälle und Frisbees dabei, für die Erwachsenen eine traditionelle schweizer Kuhglocke und natürlich schweizer Schokolade. Anschliessend teilten wir uns in vier Gruppen auf und tauschten uns mit den Anwohnern über ihre Lebenssituation und die Veränderungen aus, die das neue Wassersystem mit sich bringt. Dafür hatten die Lernenden von GF im Spanischunterricht Fragen vorbereitet, die sie den Einheimischen stellen würden.

«Fast alle unsere Probleme haben sich mit dem Zugang zu sauberem Trinkwasser gelöst» erzählt uns Edi, ein Anwohner von Ocuire. Davor hätten sie das Wasser aus der nächstgelegenen Quelle ins Dorf bringen müssen. Bewohner von jung bis alt hätten deshalb täglich schwere Kanister Wasser über die holperigen Wege tragen müssen. Dieses Wasser sei oft nicht sauber gewesen und verursachte deshalb vermehrt Erkrankungen. Einige von uns besuchten währenddessen die neugebaute Wasseranlage. Doch nicht nur wir hatten Fragen, auch die Bewohner von Ocuire wollten mehr über «unser Land», die Schweiz, erfahren.

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Beim gemeinsamen Mittagessen das die Bewohner eigens für uns hergerichtet hatten, konnten wir regionale Spezialitäten probieren. Obwohl deutlich spürbar war, dass unsere Gruppe noch nicht bereit war das friedliche Ocuire zu verlassen, brachen wir kurz nach dem Mittagessen auf in Richtung Macamaca, die zweite Gemeinde unserer Reise.

Eintauchen in eine fremde Welt

Auch in Macamaca wurden wir von den Anwohnern auf dem Dorfplatz herzlich in Empfang genommen und es wurden Geschenke überreicht. Macamaca besitzt dank dem Einsatz von Caritas Corcoro seit mehreren Jahren ein funktionierendes Wassernetz mit Haushaltanschlüssen. Zudem hat man hier ein Wasser-Komitee gegründet, das sich monatlich trifft, um Projekte rund um das Thema Wasser zu besprechen und weiterzuentwickeln.

Unsere Gruppe hatte wieder etwas Zeit, um mit den Anwohnern über ihre Lebenssituation zu sprechen und Fragen zu stellen. Maximiliano, Vorsitzender des Wasser-Komitees, nahm uns mit in sein Haus wo er mit seiner achtköpfigen Familie lebt. Er erzählte uns, dass sie das Wasser früher aus dem 20 Autominuten entfernten Caracato herbringen mussten und dass sich das Leben der Dorfbewohner mit der Installation des Wassersystems sehr verändert hat.

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Währenddessen tauschten sich Anna und die weiblichen Lernenden der Gruppe mit den Frauen der Gemeinde aus. Die Bolivianerinnen erzählten uns das sie sich wünschen, dass ihre Kinder später in die Stadt ziehen, um zu studieren. Die Arbeit im Dorf sei körperlich sehr anstrengend und bringe wenig Perspektiven. Die Leute hier leben nämlich primär von der Landwirtschaft. Zudem erzählten sie, dass viele Frauen in Bolivien unter häuslicher Gewalt leiden. Sie sind überzeugt davon, dass schweizer Frauen besser behandelt werden.

Eintauchen in eine fremde Welt

Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg in Richtung Caracato. Nach einer kurzen und abenteuerlichen Fahrt erreichten wir gegen 18:00 Uhr die dritte und letzte Gemeinde die wir besuchen würden. Warum hier neben unseren Spanischkenntnissen besonders körperliche Ausdauer und Kreativität gefragt waren, erfahrt ihr im nächsten Blog-Post.

Ihr wollt noch mehr Bilder von unseren Erlebnissen in Ocuire und Macamaca sehen? Kein Problem! Werft einfach einen Blick in die Bildergalerie.

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